Neue Zürcher Zeitung – Andrea Kucera Swiss Journalist visits Connemara Smokehouse

The counties of Galway and Mayo are in many respects a treasure trove. The region northwest of Galway on Ireland’s west coast is a paradise for nature lovers. Their summits are ideal for walking, its lakes for fishing and the coast with its beaches and coves to relax.
The natural phenomenon occurs on the coastal road heading west, halfway between Galway and Clifden: Just now the sun has shone, now brewing in the north, against the backdrop of the mountains of Connemara National Park, suddenly a storm together. The first drops of rain pattering down on the windscreen, while the sky is blue. Since stretches at a time on before our very eyes, a rainbow, as he is otherwise only known from picture books: a flawless semi-circular arc of rich, bright colors. As we go through a gate under him through it, into the barren moorland, yet lovely Connemara.
Family Tradition
The region on the west coast of Ireland in County Galway is a real natural water resources, because it is surrounded on three sides by water: in the south and west from the sea and on the east by a large lake, Lough Corrib. For centuries, Connemara was therefore practically accessible only by sea, the trip across country was extremely difficult because of the marshy subsoil. In the first half of the 19th Century, finally, the first roads built and opened a railway line between Galway and Clifden. This has now been put out of service again, however.
Passengers from Dublin and overseas who set out immediately to explore the remote area, were fascinated by their virginity and the hospitality of the people. Even during the great famine 1845-1849, the residents of Connemara have shared the little that remained for them, with foreign visitors.
Today is the grinding poverty of that time felt hardly anything. But from the affection of the area in which has largely preserved the Gaeilge. We meet on our journey again on villages in which the broken half of the residents speak English only. Many young Irishman also switch effortlessly between here Gaelic and English, which the Irishman during the colonial period was imposed by the English occupiers. Not least, the original character of this region also shows that most of the hotels, restaurants and other tourist facilities are small businesses that are run by families.
This also applies to the Connemara Smokehouse, where we arrive just before noon: the smokehouse since its founding in 1979, family owned and located by the sea, a few kilometers from the village of Ballyconneely from. Here is to be produced according to the famous London chef Rick Stein is the best smoked fish in Ireland. We are curious. Manager Graham Roberts welcomes us with a broad smile and a firm handshake. Although he is up since four o’clock on his legs, he has no trace of tiredness. He takes us through the operation and declared the process lasts seven to ten days: First, the fish – Graham used primarily salmon, tuna, mackerel and herring from local fishermen and breeding – filleted and drained with salt. After the salt is rinsed off, and the fillets are then smoked in the oven for 16 to 20 hours.
In most industrial enterprises in all these operations are automated. Here in the Connemara Smokehouse is, however, depending on the weather held and moisture content of the air from time to time how long to keep the fish in the oven. The difference is in taste: the smoked salmon has a pleasantly firm texture and tastes delicious – no comparison to the often greasy consistency of industrially produced smoked salmon.
www.smokehouse.ie

Irische Wechselspiele – Andrea Kucera
Die Grafschaften Galway und Mayo sind in mancherlei Beziehung eine Fundgrube
Die Gegend nordwestlich von Galway an Irlands Westküste ist ein Paradies für Naturliebhaber. Ihre Gipfel laden ein zum Wandern, ihre Seen zum Fischen und die Küste mit ihren Stränden und Buchten zum Verweilen.
Das Naturschauspiel ereignet sich auf der Küstenstrasse Richtung Westen, auf halber Strecke zwischen Galway und Clifden: Soeben hat noch die Sonne geschienen, nun braut sich im Norden, vor dem Hintergrund der Berge des Connemara-Nationalparks, plötzlich ein Gewitter zusammen. Erste Regentropfen prasseln auf die Windschutzscheibe nieder, während der Himmel blau ist. Da spannt sich auf einmal direkt vor unseren Augen ein Regenbogen auf, wie man ihn sonst nur aus Bilderbüchern kennt: ein makelloser halbrunder Bogen aus satten, leuchtenden Farben. Wie durch ein Tor fahren wir unter ihm hindurch, hinein in die karge und dennoch liebliche Moorlandschaft Connemaras.
Familientradition
Die Region an der Westküste Irlands in der Grafschaft Galway ist ein eigentliches Wasserschloss, denn sie ist auf drei Seiten von Gewässern umgeben: im Süden und im Westen vom Meer und im Osten von einem grossen See, dem Lough Corrib. Während Jahrhunderten war Connemara deshalb praktisch nur auf dem Seeweg erreichbar; die Reise über Land war wegen des moorigen Untergrundes äusserst beschwerlich. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden schliesslich die ersten Strassen gebaut sowie eine Eisenbahnlinie zwischen Galway und Clifden eröffnet. Diese ist inzwischen allerdings wieder ausser Betrieb gesetzt worden.
Die Reisenden aus Dublin und Übersee, die sich alsbald aufmachten, um die entlegene Gegend zu erkunden, waren fasziniert von deren Unberührtheit und der Gastfreundschaft der Menschen. Selbst während der grossen Hungersnot zwischen 1845 und 1849 sollen die Bewohner Connemaras das wenige, das ihnen blieb, mit den fremden Besuchern geteilt haben.
Heute ist von der bitteren Armut dieser Zeit kaum mehr etwas zu spüren. Wohl aber von der Unberührtheit der Gegend, in der sich das Gälische weitgehend erhalten hat. Wir treffen auf unserer Reise immer wieder auf Dörfer, in denen die Hälfte der Bewohner nur gebrochen Englisch spricht. Viele junge Iren aber wechseln hier mühelos zwischen Gälisch und Englisch, welches den Iren während der Kolonialzeit von den englischen Besetzern aufgezwungen wurde. Nicht zuletzt zeigt sich der ursprüngliche Charakter dieser Region auch darin, dass der Grossteil der Hotels, Restaurants und anderen touristischen Einrichtungen Kleinbetriebe sind, die von Familien geführt werden.
Das gilt auch für das Connemara Smokehouse, wo wir kurz vor Mittag eintreffen: Die Räucherei ist seit ihrer Gründung 1979 in Familienhand und liegt direkt am Meer, wenige Kilometer von der Ortschaft Ballyconneely entfernt. Hier soll nach Angaben des berühmten Londoner Küchenchefs Rick Stein der beste geräucherte Fisch Irlands hergestellt werden. Wir sind gespannt. Geschäftsführer Graham Roberts empfängt uns mit einem breiten Lachen und einem kräftigen Händedruck. Obwohl er seit vier Uhr auf den Beinen ist, wirkt er keine Spur müde. Er führt uns durch den Betrieb und erklärt dabei den Räucherungsprozess, der sieben bis zehn Tage dauert: Zuerst werden die Fische – Graham verwendet hauptsächlich Lachs, Thunfisch, Makrelen und Hering von lokalen Fischern und Zuchten – filetiert und mit Salz entwässert. Danach wird das Salz abgespült, und die Filets werden anschliessend im Ofen während 16 bis 20 Stunden geräuchert.
In den meisten industriellen Betrieben sind all diese Arbeitsabläufe automatisiert. Hier im Connemara Smokehouse wird dagegen je nach Witterung und Feuchtigkeitsgehalt der Luft von Mal zu Mal entschieden, wie lange die Fische im Ofen bleiben müssen. Der Unterschied zeigt sich im Geschmack: Der geräucherte Wildlachs hat eine angenehm feste Textur und schmeckt köstlich – kein Vergleich zur oft schmierigen Konsistenz von industriell hergestelltem Rauchlachs.
Brandneue Velowege
Nun machen wir uns auf in nördliche Richtung, nach Westport, wo uns Travis Zeray für eine Velotour erwartet. Inzwischen scheint längst wieder die Sonne. Die Fahrt führt vorbei an den Twelve Bins, dem Gebirgszug, der dem Connemara-Nationalpark sein charakteristisches Gesicht verleiht. Für heute lassen wir die zwölf baumlosen, grasbewachsenen Gipfel aber links liegen. Wir werden später hierhin zurückkehren, um den Nationalpark – ein Wanderparadies – zu Fuss zu erkunden. Etwas weiter nördlich kommen wir alsbald am Lough Fee vorbei, an dessen Ufern Oscar Wildes Familie ein Haus besass. Der irische Schriftsteller soll hier in seinen jungen Jahren die Sommermonate mit Fischen und Jagen verbracht haben.
Kurz darauf passieren wir die Grenze zur Grafschaft Mayo, die nördlich an die Grafschaft Galway anschliesst. Die Gegend ist – wie übrigens auch Connemara – als Anglerparadies bekannt. Fischer aus der ganzen Welt reisen hierher, um in den vielen Flüssen und Seen Lachse, Forellen und Hechte zu fischen. Und auch Liebhaber der Hochseefischerei kommen hier auf ihre Kosten. Schliesslich entdecken wir weiter nordwärts plötzlich Veloweg-Schilder am Rand der Strasse – ein sicheres Zeichen, dass wir uns Westport, dem Ziel unserer Reise, nähern. Vor einem Jahr haben die lokalen Behörden damit begonnen, auf den Überresten der früheren Eisenbahnlinie zwischen Westport und Achill Velowege zu bauen. Sie sollen die Gegend um die Clew Bay – eine Bucht mit Hunderten von kleinen Inseln – touristisch aufwerten.
Teile der Stadt und einige umliegende Vororte sind bereits durch den sogenannten Greenway erschlossen; Ende März wurde ein weiteres 18 Kilometer langes Teilstück fertiggestellt. Dank Travis Zeray, der vor kurzem in Westport einen Veloverleih eröffnet hat und über die neu erstellten Velowege bestens informiert ist, sind wir die Ersten, die den frisch geteerten Veloweg benutzen. Noch stehen entlang der wunderschönen Strecke mit Blick auf das Meer vereinzelt Bagger herum. Bis zum Sommer – der Hauptsaison für den Tourismus – werden sie aber verschwunden sein.
www.smokehouse.ie